Die Überschrift ”About” passt hier recht gut, da ich hier nicht nur mich und meine Vision sondern auch den Begriff “Permakultur”, so wie ich ihn verstehe, vorstellen werde.
Mein Name ist Robert und ich bin Jahrgang 1973. Ich lebe mit meiner Familie in Hauzenberg – das liegt im südlichen bayerischen Wald. Mit der Permakultur beschäftige ich mich seit 2007. Ähnlich wie bei Sepp Holzer, der bereits mit 5 Jahren Kastanien in die Erde steckte und dann beobachtete was passiert, war es auch bei mir – nur dass ich eben schon 35 war. Wie genau ich auf den Begriff Permakultur gestoßen bin kann ich leider nicht mehr rekonstruieren.
Das Konzept und die Idee haben mich von Anfang an fasziniert und begeistert. Unter Permakultur versteht man prinzipiell eine Kreislaufwirtschaft in allen Bereichen und die symbiotische Nutzung von Vorhandenem.
Da meine Eltern vor über 35 Jahren eine kleine Landwirtschaft führten, besitzen wir bis heute noch einen kleinen Acker mit ca. 7300m² Fläche. Der Grund war nach Aufgabe der bäuerlichen Tätigkeit in den 70er Jahren bis einschließlich 2010 verpachtet. Durch die Beschäftigung mit Permakultur beobachtete ich natürlich auch das Treiben der Bauern und Landwirte in unserer Gegend. Speziell auf unserer Fläche wurde die letzten Jahre nur noch Mais für eine Biogasanlage angebaut. Die zunehmende Schwächung des Bodens durch die intensive Monokultur und noch dazu ohne Fruchtwechsel war am Mais deutlich erkennbar. Ich konnte es einfach nicht mehr mit ansehen wie der Acker, für ein paar Euro Pachtertrag jährlich, bis aufs Letzte ausgebeutet und regelrecht vergewaltigt wurde. Nach intensivem Gesprächen und Argumentationen konnte ich meine Eltern von dem Wahnsinn der hier passiert dahingehend überzeugen, dass ich zukünftig den Acker selbst bewirtschaften kann. Bereits vor der Entscheidung hatte ich eine Vision im Kopf von der ich auch heute noch überzeugt bin.
Nachfolgend möchte ich mein Vorhaben und die Ziele dieses Projektes näher darlegen.
Meine Vision ist eine bunte Insel inmitten der konventionell bewirtschaften Felder. Es soll eine Artenvielfalt an Nutz- und Wildpflanzen entstehen, die auch selten gewordenen Singvögeln und anderen Tieren einen kleinen Lebensraum geben. Momentan verbinde ich keine wirtschaftlichen Interessen. Mittelfristiges Ziel (3-5 Jahre) wäre eine weitgehende Selbstversorgung mit natürlichen LEBENsmitteln. Der Vorteil an meinem Vorhaben ist, dass ich nicht unter wirtschaftlichem Druck stehe und daher viel experimentieren und ausprobieren kann. Die ersten Jahre wird die Erholung des Bodens eine ganz wesentliche Rolle spielen, denn die Bodengesundheit ist wahrscheinlich der Schlüsselfaktor für den Erfolg. Ich betrachte die Erde als Lebewesen und versuche mich in sie hineinzufühlen und ihr das zu geben was sie braucht. Seit letztem Jahr experimentiere ich auch mit effektiven Mikroorganismen (EM) und Terra Preta (Erklärungen hierzu gibt es über Suchmaschinen!).
Eine Hecke, welche ich im Frühjahr 2011 pflanzen werde und vom Passauer Landespflegeverband zu 100% gefördert wird, gehört natürlich auch dazu. Auch Bäume in Form einer Steuobstwiese (wird ebenfalls gefördert!) sehe ich als einen sehr wichtigen Teil. Alte Sorten von Kulturgemüse habe ich auf Hügelbeeten (Update am 19.11.2012: Hügelbeete sind nicht von Vorteil!) vorgesehen. Ein wichtiger Punkt ist für mich aber auch dass ca. 2/3 der Fläche relativ unberührt bleiben und sich dadurch Wildkräuter ungestört entwickeln können.
Den Zeithorizont, damit alles so ist wie ich es mir vorstelle, habe ich auf ca. 15 Jahre gesteckt.
Hier muss natürlich ganz klar gesagt werden, dass Natur nicht wirklich planbar ist und ich sicherlich viel beobachten und ggf. lenkend eingreifen muss – besonders jetzt am Anfang, wo man der Natur aufgrund der jahrelangen Fehlbewirtschaftung, durch gezielte Maßnahmen eine gewisse Starthilfe geben kann.
Die Vision ist also ein sich selbst tragendes, natürliches System welches auch noch gesunde, ursprüngliche Nahrung hervorbringt.
An dieser Stelle möchte ich zu Kritik, Anregungen und – wenn die Lust zum Nachahmen oder Mitmachen besteht – aufrufen. Außerdem weise ich noch darauf hin, das dies ein Blog ist, also eine Art persönliches Tagebuch, in dem ich vor allem meine Gedanken, Versuche und Vorgehensweise dokumentieren möchte. Aus diesem Grund kann ich keine “Garantie” für irgendwelche Ergebnisse geben.
Robert Gruber
Kontakt: info(@)projekt-permakultur.de


Danke für dieses ausfühliche Intro. Wäre es möglich Infos darüber zu teilen, was bei der Renaturierung im Sinne der Permakultur finanziell gefördert wird und wer fördert, bzw. wo die Förderung zu beantragen ist?
Zweite Frage: Ich selbst verwalte einen Gruppenblog zur Permakultur. Ist es ok wenn ich dort einen Link zu dieser Seite einfüge?
Hallo Franziska,
bezüglich Förderung im Sinne der Renaturierung wendet man sich am besten an den Landespflegeverband. Meines Wissens hat jeder Landkreis normalerweise einen Landespflegeverband. Die übergeordnete Seite ist unter folgendem Link zu erreichen:
http://www.lpv.de/
Im Landkreis Passau gibt es ganz konkret eine Förderung für Hecken und Streuobstwiesen (Hochstamm). Ich habe mir nur die Hecke fördern lassen. Diese wurde zu 100% übernommen, sogar mit Zaun. Genaueres findest du hier:
http://www.projekt-permakultur.de/2011/05/09/heckenpflanzung-es-ist-vollbracht/
Generell ist aber bei Förderungen Vorsicht walten zu lassen, denn schnell kann man sich in seiner Freiheit sehr beschränken!
Bezüglich verlinkung auf meine Seite würde ich mich sogar freuen. In unserer Gegend bin ich meines Wissens der Einzige der so was macht und so suche ich natürlich Kontakte.
Gruß
Robert