Theorie und Praxis der Schneckenregulation

Viele Methoden, zum Teil recht exotische, gibt es dem wahrscheinlich ärgsten Feind eines Gärtners, den Nacktschnecken beizukommen. Da geht es los mit Mischkultur über sogenannte Schneckenabwehrpflanzen über Bierfallen hin zu mechanischem Schutz mit Schneckenzäunen usw. bis zum täglichen Absammeln. Einiges habe ich probiert und festgestellt, dass diese Methoden letztlich (zumindest für mich) nicht wirklich funktionieren bzw. für mich nicht praxistauglich sind. Meine Erfahrung ist, dass Schnecken fast alles fressen und fast überall hingelangen.

Letztlich musste aber eine Lösung für dieses Problem her, denn sonst kann man sich den ganzen Aufwand mit dem Gemüseanbau sparen. Außerdem macht es nicht wirklich Spaß wenn man den einen Tag 30 Kohlpflänzchen setzt und am folgenden Tag nur noch ein Zehntel, also drei Stück bewundern kann.  Noch einen Tag später …. naja, ich brauch wohl nicht weiter schreiben. Alles so geschehen vor drei Jahren.

 

Gemüseanbau ist ja in der Theorie so leicht und wäre auch praktisch nicht wirklich eine Raketenwissenschaft wenn da nicht die Schleimer wären. Um diese also in Zaum zu halten, habe ich mir letztes Jahr ja die hochgelobten Laufenten angeschafft.. Aber was ist mit dem Gemüsegarten? Man kann doch die Laufenten nicht auf Beeten rumlaufen lassen, die frisch bepflanzt sind. Hierzu musste auch eine Lösung gefunden werden und so habe ich mir folgende Theorie ausgeknobelt:  im Zentrum des großen umzäunten Gartens gibt es wieder einen umzäunten Gemüsebereich. Die Laufenten und neuerdings auch die Hühner laufen drum herum und verhindern so weitgehend den neuen Zustrom von Schnecken in meinen Gemüsegarten. Soweit die Theorie!

 

Es ja kein Geheimnis,  dass Theorie und Praxis oft weit auseinanderklaffen. Um es gleich vorwegzunehmen, in meinem Fall war es gottseidank nicht so!  Die Theorie funktioniert auch in der Praxis. Zwar gibt es vereinzelt immer noch Fraßspuren, aber das hält sich wirklich in Grenzen. Das Gemüse kann also relativ ungestört wachsen und gedeihen!

Im Herbst, Winter und vor dem eigentlichen Anbau erhalten die Hühner und Laufenten auch Zugang zum Gemüsegarten, bzw. man könnte sie zur wirklich intensiven Bearbeitung ja auch ein paar Tage darin halten. Alles eine Frage der richtigen Steuerung und Lenkung der Tiere, was sich auch noch ohne großen Aufwand umsetzen lässt.

 

Jeder der sich keine Laufenten anschaffen will, oder keinen Platz dafür hat, sollte sich ein konstruktiv mit Barrieren versehenes Hochbeet anschaffen oder selber bauen. Dies funktioniert nämlich nach meiner Erfahrung auch sehr gut, Gemüsepflanzen bis zur Ernte durchzubringen. In meiner Hochbeet-Gemüse-Regentonne habe ich bis heute wirklich noch nie eine Schnecke gefunden und selbst beim von mir im Frühjahr gebauten Hochbeet auf dem Feld waren nur Anfangs Jungschnecken zu beobachten. Der Grund dafür ist ganz einfach: Das verwendete Schnittgut und Erdreich für die Befüllung enthält ja bereits Schneckeneier und überwinternde Tiere. Diese wurden aber in der ersten Zeit abgesammelt und den Hühnern bzw. Enten zum Fraß vorgeworfen. Die letzten Tage und Wochen habe ich keine einzige Schnecke mehr im Hochbeet gesehen, was dem Salat natürlich außerordentlich zugute kam. Wer Salat liebt und ihn in großen Mengen verzehrt, so wie ich, freut sich natürlich darüber!

 

Mein Fazit: Es ist möglich ohne Chemie relativ schneckenfrei zu gärtnern – aus eigener Erfahrung! Arbeitsaufwand habe ich momentan eher mit der Versorgung und Steuerung meiner jungen Laufenten, was aber ein ganz anderes Thema ist! 

 

Nachtrag: Gestern habe ich an den fast ausgewachsenen Salat im Hochbeet am Abend doch eine Menge Schnecken entdeckt und entfernt. Grund dafür dürfte wohl sein, dass ich vor kurzem das Spannseil, welches die beiden Hochbeetwände zusammenhält etwas gelockert habe und so einige Spalten im Erdreich entstanden sind wodurch sich die Schnecken ungehindert von unten nach oben durcharbeiten und sich dahin auch wieder zurückziehen konnten.

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Ein Kommentar

  • haensf

    Eierschalen rund ums Beet legen wirkt wunder. offenbar mögen Nacktschnecken die Kanten der Schale nicht. Sieht auch nicht hässlich aus. Schale möglichst grob lassen und nicht zerkleinern..

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