Permakultur, Ernährung und warum ich kein Getreide (Weizen) anbaue!

Wer sich mit Permakultur auseinandersetzt wird sich wohl auch schon mal über Ernährung Gedanken gemacht haben. Bei mir ist es so, dass ich mich damit bereits viel länger beschäftige als mit Permakultur.

Genauer gesagt hat mich die Materie bereits in der Schulzeit interessiert und die folgenden Jahre auch immer wieder mal in den Bann gezogen. Im Laufe der Zeit änderte sich dabei die Meinung zu dem was richtig und was falsch ist, so schnell wie das Wetter. Ist aber erst einmal ein viertel Jahrhundert um, so ergibt sich dann doch ein zunehmend einheitlicheres Bild in dem großen Wirr-Warr der Ernährungsphilosophien.

Obwohl man die Ernährung nicht allzu verbissen sehen soll, hat sich doch für mich aufgrund von Erfahrungen ein gewisser Ernährungsstil bis jetzt als richtig erwiesen. Während ich vor 3 oder 4 Jahren eine rein vegetarisch/vegane Ernährung propagierte und diese auch weitgehend praktizierte, sehe ich das heute doch etwas entspannter. Aber hier geht es mir jetzt nicht darum ob man Fleisch ist oder nicht sondern eher um Getreide.

Eigentlich wollte ich ja für den Eigenbedarf Getreide anbauen. Inspiriert durch die Versuche im Blog von Ralf schmiedete ich dahingehend bereits Pläne zum Anbau und wie man das mit der Ernte machen könnte. Nun ist es aber so, dass ich vor einiger Zeit auf die Paleo Ernährung, ketogene Kost, oder wie man sie sonst noch nennen mag, gestoßen bin. Eine gute Anlaufstelle zu diesem Thema ist das Blog von Felix Olschewski von urgeschmack.de. Obwohl ich von Bezeichnungen wie Paleo usw. nichts halte, war diese Art und Weise der Ernährung logisch für mich. Warum? Weil sie sich an einer Ernährung orientiert, für die der menschliche Körper wahrscheinlich eher optimiert ist, als für gängige Hausmannskost und dem zunehmenden Industriefutter.

Wie man vielleicht merkt, drücke ich mich recht vorsichtig aus, denn die Wahrheit von heute kann bereits morgen als Irrtum gelten.

Was mir bei dem Konzept aufgefallen ist, ist die Tatsache, dass es eine weitgehend kohlenhydratreduzierte Ernährung ist und somit auf Getreide und Brot verzichtet. Das weglassen von Brot ist mir bereits bei Galina Schatalova, einer russischen Ärztin und Autorin, aufgefallen.

Das Ganze war für mich aber nur Theorie und es bedurfte eines praktischen Tests, da mich nur noch das überzeugen kann.

Und so begann ich vor einem Vierteljahr damit auf kohlenhydratreiche Lebensmittel und Brot weitgehend zu verzichten. Die erste Woche, war zwar nicht schlimm, aber auch nicht besonders angenehm. Der Grund dafür ist in der Umstellung des Stoffwechsels zu suchen. Ich fühlte mich immer etwas matt und abgeschlagen. Wie bereits erwähnt hat dies mit dem Stoffwechsel zu tun, denn der Körper musste sich zur Energiegewinnung auf die Fettverbrennung umstellen.

Nach dieser Woche war aber diese anfängliche Abgeschlagenheit vorbei und ich fühlte mich top. Sofort (nicht erst allmählich!) konnte ich einige positive Veränderungen bemerken. Blähungen, die vorher Alltag waren sind plötzlich verschwunden. Außerdem tat mir eine bestimmte Sehne in der Wade seit mehr als einem Jahr weh – auch das ist seitdem (fast) weg. Nicht zuletzt hatte ich auch immer wieder ein – ich nenne es mal – Unwohlsein im Bereich der Leber. Auch das ist verschwunden!

Und dies alles nur, weil ich kein Getreide mehr esse!

Obwohl für mich die Sache schon geklärt war, kaufte sich meine Frau vor kurzem zu diesem Thema noch das Buch „Weizenwampe“. Zwar hab ich es bis dato noch nicht ganz gelesen, aber was ich gelesen habe bringt doch wieder etwas mehr Licht ins Dunkel. Weizen in der heutigen Form hat nichts mehr mit dem Urweizen zu tun. Lediglich der Name bleibt! Die letzten Jahrzehnte war die Züchtung moderner Getreidesorten vor allem von einem Ziel geprägt: Ertrag! Ob diese neuen Sorten für den Menschen zuträglich sind oder nicht, blieb dabei völlig unberücksichtigt. Was wir also, ob Bio oder nicht, heute als Getreide vorgesetzt bekommen, ist meiner Meinung nach nicht gesund. Vor diesem Hintergrund ist die gentechnische Veränderung von Getreide nur noch ein weiterer Schritt in die falsche Richtung und würde sich in der sowieso schlechten Volksgesundheit vermutlich nicht mehr sonderlich bemerkbar machen.

 

Was ist also die Schlussfolgerung: Durch die wirklich positiven Erfahrungen die ich mit diesem einfachen Prinzip machen konnte, ist für mich das Thema Getreideanbau zum Brotbacken gestorben. Die Erkenntnis das Brot (auch Vollkornbrot) zumindest für meinen Körper nicht geeignet ist macht´s mir auch bei meinem Permaprojekt viel leichter. Was man in Erwägung ziehen könnte, wäre der Anbau von Getreide als Hühnerfutter. Darüber lässt sich noch reden, denn hierbei würde die aufwendige Ernte und Reinigung ja größtenteils wegfallen.

 

Ich bin mir durchaus bewusst, dass Brot und Getreide in unserer Gesellschaft eine heilige Kuh ist, die ich mit diesem Artikel gerade geschlachtet habe. Mir geht es hier nicht darum irgendwelche Dogmen zu verbreiten, sondern lediglich dazu einladen es einfach selbst mal auszuprobieren. Über Kommentare und Erfahrungsberichte würde ich mich freuen! 🙂

 

Fazit von der Geschicht – Weizenanbau lohnt sich nicht! 😉

 

 

 

 

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6 Kommentare

  • Ich finde den Beitrag gut!
    Ich selbst habe im Urlaub auch eine getreidefreie Ernährung ausprobiert.
    Ich habe mich sehr wohl dabei gefühlt. So, wie ich es auch beim Basenfasten kannte.
    Gerne würde ich das beibehalten. Aber irgendwie hat es noch nicht geklappt im Land der Brote, Brötchen, Backshops, Kuchen, Kekse, Müsli, Nudeln,…..usw. Ein (alter) Baum verpflanzt sich schwer.
    Sobald dieser hektische Alltag da ist, bin ich froh, wenn ich einigermaßen gesund essen kann, bzw. überhaupt zum essen komme. Welche „Stulle“ nimmt der Deutsche mit an die Arbeit, wenn er getreidefrei lebt? Das bedarf soviel Umstellung von Gewohntem…
    Bei dem was wir heute so zu leisten haben, bin ich froh, wenn ich beim Zubereiten meines Essens nicht nachdenken und experimentieren muss. Etwas Vertrautes. Wo sich sonst alles so schnell ändert…
    Aber dennoch bedarf es keiner Überlegung, dass unsere Körper nicht lebendig bleiben durch Industriefutter und stark veränderte Nahrungsmittel.
    Es klingt, als bist du auf einem guten Weg!

  • Rob

    Danke für deinen Beitrag. Auf den ersten Blick hast du recht, dass es schwer ist, aber nur wenn man sich noch nicht von der Brotwelt gelöst hat.
    Ich kann dir ja mal ein Beispiel geben, wie mein Tag gestern und heute Ernährungsmäßig so ausgesehen haben:
    Gestern morgen, sowie auch heute morgen und das seit drei monaten esse ich immer so eine Art Budwig Quark in leicht veränderter Form – bei mir: selbstangesetzten Kefier + Leinöl + etwas Agafendicksaft. Dann ist man sowieso schon mal satt und es reicht ca. 3-4 Stunden. Zur Brotzeit gabs gestern dann 2 Pferdekancker mit Senf (ab und zu gönn ich mir das!). Dazu 2 Karotten und einen Rest Dipp.
    Mittags gabs dann Walnüsse, die ich am Vortag immer einweiche. Siehe vorletzter Beitrag!
    Abends gabs Feldsalat mit Senfdressing mit Pilzen und etwas Fleisch. Später trank ich dann noch ein Glas Sojamilch auch mit einem Spritzer Agavendicksaft.

    Und wie siehts heute aus?
    Zum Frühstück Budwig – wie bereits oben beschrieben.
    Für den Tag habe ich 2 Karotten, 1 Paprikaschote und eine Rolle Ziegenkäse dabei. Außerdem noch eine halbe Packung Haselnüsse – die aber für zwei Tage reichen werden.
    Abends? Kann ich noch nicht sagen, aber meine Frau zaubert mir da schon was leckeres!

    Über den Tag trinke ich meist noch ca. 2 Liter warmes Wasser, Tee und 3 Tassen Kaffee, welchen ich entweder mit Xylit oder Stevia Sirup (selbst gemacht) etwas versüße.

    So einfach ist das bei mir!

    Sonntag gabs zum Mittag zum Beispiel Salat und Ofengemüse mit Fisch. Einfach, schnell und es meckt uns bestens.

    Wie in meinem Artikel schon angedeutet soll man das Alles aber nicht zu eng sehen. Ausnahmen bestätigen die Regel. Am Wochenende gibts nämlich auch Kuchen und zum Frühstück auch mal Semmel, was ich aber im Tagesverlauf sofort erkenne.

    Gruß
    Robert

    • oswald

      Soja solltest du nur trinken wenn du schon Kinder hast, bitte informier dich zu diesen Thema Soja macht unfruchtbar im test mit anderen Säugetiere. Aber vielleicht technische ich mich ja die Studie klang logisch. Herzlichen Gruß =oswald=

      • Rob

        Servus Oswald,

        von Studien halte ich in der Regel nicht viel, aber
        1. hab ich schon Kinder und
        2. wenn das so wäre, dann wären die Japaner schon längst ausgestorben! 😉

        Gruß
        Rob

  • Angie

    Hi. Also, ich würde mich sogar so weit aus dem Fenster lehnen und sagen, dass noch nicht einmal Hühner Weizen essen sollten.

    Die gängige Praxis Hühner mit einer reinen Körnermischung zu ernähren hat mit der ursprünglichen Ernährung des Waldvogels „Huhn“ gar nichts gemein. Wenn Hühner freien Zugang zu Grünflächen haben, essen sie eine bunte Mischung aus Gräsern/Insekten/Würmern/Beeren und Früchten usw.

    Der kurze Zeitraum, in dem frei lebende Hühner Samen/Körner (von z.B. Weizen) vorfinden würden ist sehr eng. Da braucht es schon den Menschen, der Weizen mit immer dickeren Samen züchtet und diese dann in Silos lagert um sie das ganze Jahr über an die Tiere zu füttern.

    Ich ernähre mich auch schon seit fast 2 Jahren nach Paleo/Evolutionary Biology-Art. In zwei Monaten ziehen bei uns die ersten eigenen Hühner in den Garten ein und wir werden es mit einem Selbstweidesystem versuchen. Schau doch mal hier:
    http://www.permakultur.net/?&mdoc_id=1000733#7

  • Felix Kiechle

    Ich habe gestern Abend über ein Youtube Video deinen Blog entdeckt und das Tablet nun schon einige Stunden in der Hand.
    Zu diesem Thema hier: https://archive.org/details/WalterSommerDasUrgesetzDerNatuerlichenErnaehrung

    Das ist Dir wahrscheinlich ein bisschen extrem, aber auch zu der ganzen Getreidefrage wirst du dort einiges finden.
    Das ist die zweite Auflage, nach dem Krieg erschienen. Die sechste Auflage habe ich per Fernleihe aus einer Bibliothek besorgen können, was die philosophischen Hintergründe zu seiner Arbeit und zu unseren Vorfahren angeht, ist da noch einiges neues drin. Kann ich bei Bedarf gerne schicken.

    Freundliche Grüße,
    Felix Kiechle

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