Nachdem das erste Jahr meines Projektes eine Permakultur aufzubauen vorbei ist, steht nun die Planung für die kommende Saison an. Die bisherigen Aktivitäten dienen vor allem der Wiederbelebung des Bodens und der groben Strukturierung des Feldes wodurch Kleinklimabereiche entstehen sollen (Bienenweide, Hecke, Teich). Obwohl die Fläche „nur“ 0,7 Hektar groß ist, bedeutet es doch relativ viel Planungsarbeit, die Nutzfläche sinnvoll einzuteilen und zu gliedern. Eine gute, durchdachte Planung erspart einem viel Arbeit und Zeit, diese Erfahrung habe ich bereits gemacht.
Eine der ersten Maßnahmen für dieses Frühjahr wird die Einzäunung des geplanten Obstgartens sein. Hierzu haben wir aus unserem eigenen Wald bereits Zaunpfosten bereitgestellt (Nutzung eigener Ressourcen!). Nach der Umzäunung der Fläche(ca. 35×40 Meter) in der sich auch der Teich befindet, möchten wir die ersten Obstbäume pflanzen und die Hügel- und Hochbeete für den Gemüseanbau vorbereiten. Neben herkömmlichen Gemüse habe ich auch den Anbau verschiedenster Kartoffelsorten vorgesehen.
Ein weiterer Schwerpunkt in diesem Jahr wird das seit längerem geplante Agroforstsystem sein.
Anmerkung: vielleicht ist es schon aufgefallen, dass ich Fachbegriffe hier nicht ausreichend bzw. überhaupt nicht erkläre (z.B Permakultur oder jetzt eben Agroforstwirtschaft). Ich bin der Meinung dass es hierfür bereits gute und ausführliche Erklärungen im Netz gibt, so dass sich eine Wiederholung erübrigt. Mir geht es vor allem um die praktische Umsetzung der Theorie, denn hierzu findet man oft fast Nichts.
In meiner Planung versuche ich neben der klassischen Zonierung aus der Permakultur, auch eine zeitliche Staffelung der wirtschaftlichen Nutzung über Jahrzehnte mit zu berücksichtigen. Was ist damit gemeint?
Das geplante Agroforstsystem sollte zum Teil aus Werthölzern bestehen, welche erst in 60 bis 80 Jahren erntereif sind. Dies wäre dann ein langfristiger Wertaufbau für die nachfolgenden Generationen. Die nächste Stufe wäre dann die mittelfristige Nutzung. Hier kommen dann Baumarten zum Einsatz, die bereits nach 20 bis 30 Jahren für bestimmte Zwecke verwendet werden können. Die Auswahl der einzelnen Baumarten werden immer hinsichtlich Bodenbeschaffenheit und im Hinblick auf die Klimaerwärmung gewählt (für welche Baumarten und warum ich mich genau für diese entschieden habe werde ich in späteren Artikeln erläutern!).
Im kürzeren mittelfristigen Bereich wären dann noch einige Bäume für Energieholz oder auch Christbäume denkbar. In diese Zeiträume wäre auch die Nutzung von Hochstammobstbäumen anzusiedeln.
Die Fläche zwischen den Baumreihen (geplant sind drei!) kann dann noch auf verschiedenste Weise genutzt werden. Vorstellbar wären für mich alte Getreidesorten oder ggf. Energiepflanzen die dann jährlich geerntet werden.
Die unmittelbare Nutzung während des Jahres sollte sich dann aus dem eingezäunten Garten ergeben. Beabsichtigt ist hier vor allem der Anbau einer Bandbreite von Gemüse die für eine weitgehend ganzjährige Deckung sorgt.
Diese wäre meine gegenwärtige Planung für die Nutzung der Fläche. Der wichtigste Punkt aber ist, dass dies alles im Einklang mit der Natur passiert, dass Systeme geschaffen werden die sich gegenseitig unterstützen und fördern und somit eine „Win Win“ Situation für Natur und Mensch entsteht.
Falls jemand Anregungen, Fragen o. ä. hat, ….. einfach einen Kommentar oder E-Mail.
