Kulturheidelbeeren sind eine sehr schmackhafte und gesunde Angelegenheit. Deshalb habe ich mir dieses Jahr auch zwei Sträucher besorgt. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich allerdings nichts über deren Ansprüche und setzte sie dann einfach auf mein normales Hügelbeet. Schon nach kurzer Zeit erkannte ich, dass es den Sträuchern hier nicht so gut gefällt. Kurzfristig versetzte ich sie dann auf mein Terra Preta Substrat, welches aus Kohlestaub, Urin, EM und Sägemehl bestand, welches ich kurz vorher auf ca. einem Quadratmeter in die Erde eingearbeitet habe. Hier gefiel es den Heidelbeeren gefühlsmäßig besser und auch einige Beeren der noch recht jungen Pflanzen konnten im Laufe des Jahres geerntet werden.
Nach einer etwas gründlicheren Info zu den Heidelbeeren stellt man fest, dass für ein optimales gedeihen und reiche Ernte neben einem sonnigen Standort auch ein pH Wert des Bodens von ca. 5, also im sauren Bereich, notwendig ist. Da normale Ackerböden dies in der Regel eher nicht sind, muss man hier etwas nachhelfen. Jetzt, im Herbst ist der Großteil meiner gestalterischen Arbeiten abgeschlossen und somit habe ich für die Anlage eines Spezialbeets ausreichend Zeit.
Gestern startete ich dann auch mein Projekt „Heidelbeerbeet“. Das benötigte Material zur Schaffung eines sauren Milieus stand auch wieder mal „zufällig“ und ausreichend zur Verfügung – Fichtenreisig von den Bäumen für die zukünftigen Zaunpfosten – aus dem eigenen Wald – und Eichenlaub. Im Handel werden auch oft spezielle Substrate wie z.B. Torf angeboten und empfohlen, was ich aber aus permakulturellen Gründen kategorisch ablehne. Ein Grundprinzip von mir: nutze das Vorhandene!
Zunächst schaufelte ich erst mal eine Fläche von ca. 1 x 4 Meter spatentief aus. Dies war der relativ anstrengende Teil aber auch in einer geschätzten halben Stunde vorbei! Anschließend schüttete ich 2 Schubkarren voller Sand in die Grube und durchmischte ihn mit dem Unterboden um entstehender Staunässe bei starkregen vorzubeugen.
Als nächstes warf ich dann die erste Schicht der Fichtenäste hinein und überstreute sie noch mit dem zur Verfügung stehenden Eichenlaub.
Darauf füllte ich dann die erste Schicht Erde. Durch die verwendeten größeren Äste bleibt diese unterste Schicht relativ luftig und somit dürfte sich keine Verdichtung bilden, was evtl. zu unerwünschter Fäulnis führen könnte.
Auf diese erste Schicht kamen dann nochmal Fichtenzweige, die ebenfalls mit Erde überdeckt wurden. Da noch Sägespäne vom Brennholzmachen zur Verfügung standen , wurden diese ganz oben aufgestreut.
Nun war mein kleines saures Hügelbeet bereit zur Bepflanzung. Beim Umpflanzen ist mir aufgefallen, dass die Sträucher sehr viele Feinwurzeln gebildet haben. Die drei Heidelbeerpflanzen wurden im Abstand von ca. einem Meter auf den Hügel gesetzt. Da noch recht viel Fichtenmaterial vorhanden war, deckte ich das gesamte Beet und den angrenzenden Bereich auch ordentlich damit ab.
Zu guter Letzt überstreute ich den Bereich unmittelbar neben den Heidelbeeren noch mit grobem Rindenmulch, ebenfalls vom Brennholzmachen, den ich noch an anderer Stelle gefunden habe. Meine fertige Arbeit sieht dann so aus:
Da die Kulturheidelbeeren ja relativ groß werden würden sich als Unterpflanzung noch Preiselbeeren anbieten, welche ebenfalls zu den Heidegewächsen gehören. Kulturheidelbeeren stammen ja ursprünglich aus Nordamerkia und haben mit unserer einheimischen Wildform nicht viel zu tun. Es wäre aber durchaus überlegenswert ob man auch noch einige dieser kleinwüchsigen Sträucher mit einbaut.
Nachtrag am 28.11.2011
Am Wochenende wurden noch einige wilde heimische Heidelbeersträucher geholt und auf das Beet gepflanzt.



