Unerwartete Ereignisse!

Die Bienenweide hat sich über die letzten Monate extrem entwickelt. Damit meine ich, dass sie meines Erachtens überdurchschnittlich hoch ist. Genauer gesagt, stehen Sonnenblumen und Malven von zwei bis über drei Metern Höhe im Feld.
Vom Saatguthersteller der Veitshöchheimer Bienenweide heißt es, dass normalerweise kein Schnitt und keine Pflege notwendig ist. Gegebenenfalls kann im zweiten Frühjahr das tote Material abgeräumt werden.

Nun habe ich aber folgende Situation: Wahrscheinlich wurden durch die Gülledüngung im letzten Herbst, welche nicht von mir ausgegangen ist, die Pflanzen derart hochgetrieben. Normalerweise sollte man die Pflanzen für die Insekten und Mitlebewesen über den Winter stehen lassen und erst im Frühjahr abräumen. Es stellt sich allerdings dann die Frage, mit was man die ganze Grünmasse abmäht und vor allem wo man es hinschafft.
Theoretisch könnte man mulchen! Da die Fläche aber über die letzten Jahrzehnte konventionell bewirtschaftet wurde und sich dadurch wahrscheinlich noch relativ viel Gift im Boden befindet, wäre es mir lieber die Pflanzen wegzuschaffen. Durch den Abtransport der Biomasse könnte sich der Boden meiner Meinung normalisieren und zumindest ein Teil der Gifte wäre „vom Acker“.
Somit ergibt sich für mich eigentlich nur noch die Chance die Grünmasse für eine Biogasanlage im September zu häckseln. Dies fällt mir natürlich nicht leicht, da hier zwangsläufig der Boden durch die schweren Maschinen wieder verdichtet wird und ich dies eigentlich unbedingt vermeiden wollte.

Es kommt aber noch etwas hinzu, was mir eigentlich keine andere Wahl lässt. Diese Woche hat es bei uns ein schweres Unwetter gegeben, mit Hagel und starkem Wind. Jetzt ist ein Großteil der Pflanzen umgedrückt und für das menschliche Auge sieht es nicht mehr so schön aus, wobei die ökologische Funktion durchaus noch gegeben ist. Den Bienen dürfte es nämlich egal sein, ob eine Pflanze aufrecht steht oder nicht.

Obwohl es mir schwer fällt, die Biomasse durch schweres Gerät abzuräumen, was sicherlich für den Boden wieder einen Rückschlag bedeutet, muss man sich immer wieder vor Klarmachen, dass die Renaturierung der Fläche nicht in einer Vegetationsperiode geschehen kann. Somit ist dies ein kleiner Trost – ich bin ja erst im ersten Jahr.

Sollte aber jemand einen besseren Einfall haben, dann bitte melden!

Hier noch einige Eindrücke, wie es momentan aussieht. Welcome to the jungle! 🙂

 

Ergänzung am 27.03.2012

Die Pflanzen wurden im Herbst stehengelassen und es wurde nichts gemacht. Die Stängel der Sonnenblumen stehen heute noch auf dem Feld. Einen Teil des Feldes habe ich mit meinem Hochgrasmäher gemulcht, den Rest lasse ich erst mal stehen. Dadurch kann ich gut beobachten wie sich beide Varianten entwickeln.

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6 Responses

  1. Stefan v. Hochfeld

    Servus,
    beschäftige mich auch seit einiger Zeit mit der anderen Landwirtschaft und bin dadurch zufällig auf deinen Blog gestoßen. Aber jetzt zu deiner Frage ob jemand einen anderen Vorschlag hat. Ich würde mulchen . Die Gifte auf deinem Boden wirst du durch Abtransport nicht weg bekommen eher durch Abbau und dazu brauchst du Helfer. Diese Helfer bekommst du aber nur wenn der Boden wieder lebt. Mach dich mal schlau über Humusbildung (mit Terra Preta beschäftigst du dich ja schon) zumindest ist das mein erster Schritt um meine Fläche wieder nutzbar zu machen. Kurz zu meinem Gedankengang.
    Der Boden braucht Lebewesen die diesen lockern und mit Nährstoffen anreichern (man sagt auch der Boden ist ein Lebewesen). Entfernst du die Biomasse nimmst du ihnen die Nahrung und auch, die kalte Jahreszeit steht vor der Tür, die Winterdecke.
    Vielleicht hilft dir mein Gedankengang, bei deiner Entscheidung, ein wenig weiter.

    Gruß aus Auggenbach
    Stefan v. Hochfeld

  2. Rob

    Hallo Stefan,
    vielen Dank für den Tipp. Es freut mich, dass sich jemand Gedanken dazu macht.
    Das mit dem Mulchen wäre mein Plan B gewesen. Dies würde ich dann im Frühjahr durchführen, nachdem die Insekten in den Stängeln überwintert haben und alles zusammengedrückt ist. Es stellt sich aber noch die Frage, ob die mehrjährigen Pflanzen dann durch die Mulchdecke durchkommen. Was meinst du?

  3. Stefan v. Hochfeld

    Servus,
    also Erfahrung habe ich ehrlich gesagt auch keine, aber ich muss auch leider immer wieder feststellen das man bei einem solchen Projekt immer alleine dasteht. Meine Vorgehensweise ist folgende. Ich mache mir immer Gedanken was wäre wenn es den Menschen nicht geben würde. Im Falle deiner Wiese habe ich dabei folgenden Gedanken. Die Pflanzen sind dieses Jahr hoch gewachsen wenn der Winter kommt wird alles niedergedrückt. In Frühjahr faulen die Pflanzen an den Knickstellen. Es entsteht der Zersetzungsprozess der durch Pilze und Bakterien eingeleitet wird. Jetzt hast du auch eine Mulchdecke. Würden die Pflanzen diesen Prozess nicht überleben wären sie schon ausgestorben, also ja. Das Problem bei der Sache ist aber der Mensch, dieser hat Jahre lang die Pflanzen so kultiviert, das diese diesen Kampf nicht mehr führen müssen, also nein. Da aber die Natur immer Mittel und Wege findet ist meine Meinung ja aber nicht so viele wie erwartet dafür aber die starken Pflanzen.
    Hoffe ich konnte dir damit ein wenig helfen
    Stefan v. Hochfeld

  4. Rob

    Ich kann deine Denkweise nachvollziehen. Im Grunde gehe ich genau so vor. Ich frage mich im Zweifelsfall immer wie es in der Natur ist.
    Nun, ich werde es so machen, wie es auf mich zukommt. Wenn der Biogasbetreiber die Biomasse haben will, kann er sie haben, ansonsten lasse ich sie einfach stehen und es der Natur überlassen. Wäre natürlich interessant was dann passiert?! Mit dieser passiven Vorgehensweise habe ich bis jetzt recht gute Erfahrungen und ist die wenigste Arbeit. Einfach nicht zu viel mit dem Kopf und der „Brechstange“ arbeiten.

  5. guga

    Wie war die Entwicklung dann 2012, was ist wiedergekommen und wie, was ist ausgeblieben?
    War mulchen besser, oder brachte die natürliche Zersetzung mehr Erfolg?

    Grüße
    guga